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Was ist die Alt-Right?

Am Anfang waren ein Frosch…

Als Hillary Clinton am 25.08.2016 Donald Trump beschuldigte, „einer radikalen Randgruppe dabei behilflich zu sein die republikanische Partei zu übernehmen“ war plötzlich eine Bewegung in aller Munde, die man bis dahin nur mit Memes und Plattformen wie right-on oder schrillen Bloggern wie Milo Yiannopulis assoziiert hatte. Als „Killary“ dann noch „Pepe the Frog“, eine der Memeikonen der Alt-Right öffentlich den Krieg erklärte und auf ihrer Kampagnenseite dem „rassistischen Frosch“ einen eigenen Abschnitt widmete, war die Alt-Right plötzlich in aller Munde – sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks.

Der Frosch des Anstoßes

Der Frosch des Anstoßes

Nachdem nun schon das Deutschlandradio in seinen Beschreibungen dieses Phänomens fröhlich drauflos dilettiert und eine direkte Verbindung zwischen Donald Trump und der Identitären Bewegung herstellt (ähnlich abenteuerlich wie die von Fabian Schmitt herbeiphantasierten Verbindungen zwischen IB und Vladimir Putin), ist es an der Zeit einer Beschreibung der Alt-Right aus identitärer Sicht zu liefern.

…und Paul Edward Gottfried

Der Begriff der „Alternative Right“ geht auf den Intellektuellen, Politikwissenschaftler, Historiker und Begründer der paläokonservativen Bewegung Paul Gottfried zurück, welcher ihn zum ersten Mal 2008 für eine bis dahin nicht für möglich gehaltene Entwicklung innerhalb der politischen Rechten Amerikas benutzte. Seinen Durchbruch erlangte der Begriff mit der steigenden Bekanntheit des 2010 gegründeten, gleichnamigen Blogs von Richard Spencer.  Ähnlich wie die Staaten West- und Mitteleuropas, war auch in den USA ein oligarchisches Zwei-Parteien-System vorherrschend, indem wirkliche Impulse zur Veränderung entweder von außerparlamentarischen Bewegungen oder finanzkräftigen Eliten ausgingen.

Kleinster gemeinsamer Nenner der Alt-Right ist dabei ihre Kritik an der politischen Korrektheit verkörpert durch die „Social Justice Warriors“ (kurz SJWs,amerikanischer Begriff für Gutmenschen) welche insbesondere in einem stark auf die Meinungsfreiheit bezogenen Land wie den USA auf starken Widerstand stoßen.

Dabei benützte Gottfried, welcher ein erklärter Gegner der Neokonservativen ist, diesen Terminus als eine Art Sammelbegriff für das Aufkommen neuer patriotischer, globalisierungskritischer, konservativer Bewegungen, welche einerseits ihre Kritik am „New Imperialism“ der Bushadministration und andererseits die Ablehnung der Masseneinwanderung und eine kritische Sicht auf die explodierende Machtfülle einer sich immer mehr therapeutisch gerierenden Regierung sowie ihre Ablehnung des Establishments der Republikaner einte.

Das Thema Identität offenbart dabei die breite Streuung und Verschiedenheit dieses „Lagers“: Während es den einen Vertretern hauptsächlich um die Erhaltung der „Westlichen Zivilisation“ geht, sind andere Vertreter wie etwa Richard Spencer auch davon überzeugt, dass man den weißen/europäischen Charakter der Vereinigten Staaten erhalten müsse.

Blogosphäre und YouTube Stars

Die Alt-Right umfasst heute neben einer breiten Blogosphäre (zu nennen sind hier alternativeright, righton, aber auch American Renaissance) ebenso zahlreiche YouTube Stars. So existiert etwa zum Blog „infowars“ ein gleichnamiger YouTube Kanal, indem sich Alex Jones vor allem mit geopolitischen Themen aus amerikanischer Sicht beschäftigt und vor einem, vom Westen ausgehenden, Dritten Weltkrieg warnt.

Besonders erwähnenswert ist dabei der Kanal rebelmedia, in welchem unter anderem die hübsche Reporterin Lauren Southern im Stil investigativer Journalisten linke Demos besucht und Teilnehmer mit ihrer eigenen Ahnungslosigkeit konfrontiert, oder über politische Begriffe redet. Auch der Humor kommt dabei nicht zu kurz: So werden auch rein humoristische Videos produziert, etwa ein Ratgeber zum politisch korrekten Halloweenkostüm.

Den Paradiesvogel unter den Ikonen der Alternative Right stellt schließlich Milo Yiannopoulos dar. Der bekennende Homosexuelle arbeitet als Journalist bei der größten englischsprachigen Nachrichtenseite Breitbart und glänzt vor allem durch sein zickiges Verhalten, mit dem er Feministen und Liberale regelmäßig auf die Palme bringt sowie bei twitter gesperrt wird. Seinen Auftritten gibt er, der sich von seinen Anhängern als „Queen Milo“ vereehren und sich selbst als „Dangerous faggot“ (etwa: gefährliche Schwuchtel) bezeichnen lässt, durch zahlreiche exzentrische Eigenheiten ein schrilles Erscheinungsbild. Sein Kampf gilt vor allem dem Gender Mainstreaming, welches er mit Inbrunst bekämpft.

Alternative Right und Trumptrain

Letztlich eint die Altright auch ihr engagiertes Eintreten für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der für viele europäischstämmige Amerikaner die letzte Hoffnung darstellt und quasi als die große Möglichkeit angesehen wird, den Sumpf aus Korruption, imperialistischer Außenpolitik und außereuropäischer Masseneinwanderung trockenzulegen. Die Unterstützung des „trump trains“ und die gnadenlose Bekämpfung „Killary“ Clintons stehen auf den Fahnen dieser bunt gescheckerten Strömung, die man zu recht als Revolution in der US-amerikanischen Politiklandschaft bezeichnen kann.

Make America great again!

Make America great again! Make America safe again!  – die mantraartig vorgetragenen Sprüche des Präsidentschaftskandidaten Trump symbolisieren nicht zuletzt auch die Hoffnungen zahlreicher Vertreter dieser „alternativen Rechten“, die sich zum Teil auch auf die Konservative Revolution sowie die Neue Rechte berufen, dass die USA in Zeiten von Terrororganisationen nahekommenden Organisationen wie „Black Lives Matter“ eine Zukunft als westliches Land haben werden.

Die tiefe Krise der us-amerikanischen Gesellschaft und jener WASPs die sie gegründet haben machten die Alt-Right möglich – jetzt ist es an ihr zu beweisen, dass sie die USA wieder aus ebendieser retten können.

Auch als eher an den Entwicklungen am Kontinent interessierter Identitärer kann man seine Sympathien für Menschen wie Richard Spencer, Lauren Southern, Alex Jones und Milo Yiannopoulos nicht verhehlen, die genauso wie wir Europäer in der Alten Welt im Kampf um ihre Identität stehen. Gerade darum sollten wir die Entwicklungen jenseits des großen Teichs genauso wie jene in Russland nicht ignorieren, sondern sie mit Interesse verfolgen und einen ideellen Austausch betreiben. Denn nicht zuletzt bedeutet die Reconquista auch eines: Make Europe great again!

Über Alexander Markovics

Alexander Markovics
Geboren 1991, BA Geschichte, studiert in Wien den Masterstudiengang Geschichte sowie die Autoren Alain de Benoist und Alexander Dugin. Mitglied der IBÖ - Landesgruppe Wien.

15 Kommentare

  1. Make Europe Great Again

    Man sollte hier klar unterscheiden, zwischen der Alt Right und der sogenannten Alt Light. Egal wer den Begriff „Alt Right“ zuerst verwendet hat, die Ursprünge dieser Bewegung liegen im Imageboard 4chan /pol , wo auch die sogenannte Shitpost-Kultur der Alt Right herrührt. Shitposting bezeichnet das provozieren (triggern) von Gutmenschen, Cuckservatives (=CDU/FDP Typen), Feministen, Moslems, etc. über die sozialen Netzwerke, allen voran Twitter und Facebook. Das bekannteste Mem „Pepe der Forsch“ wurde dort zum Maskottchen der Alt Right. Mittlerweile existieren von der Alt Right zahlreiche Blogs, Webseiten, Radiopodcasts und Youtube Kanäle.

    Die Alt-Right hat nebst diesem internet-kulturellen Aspekt, zweifellos auch ein tieferes, politisches Fundament, welches weiter geht, als nur das Provozieren von Moslems und Feministen. Und hier greift der Artikel eben zu kurz. Die Alt-Right steht Personen wie Milo Yiannopoulos oder auch Gavin McInnes (rebelmedia) ablehnend gegenüber, da diese einerseits nur Teilaspekte des Problems ansprechen und andrerseits selber dekadent sind. Milo ist bekennender Schwuler, der seine Faible für schwarze *** unverblümt kund tut und Gavin von rebelmedia schiebt sich vor laufender Kamerade einen *** in den Allerwertesten. Was soll daran konservativ oder identitär sein? Das ist kurz gesagt: Pervers. Leute wie Milo und Gavin werden von der Alt Right deshalb auch als Alt-Light bezeichnet, da diese zwar auf den Zug aufspringen wollen und fette Klickzahlen wittern, aber den Kern der Sache weder repräsentieren noch verstanden haben. Letztendlich ist die Alt-Right nämlich „White Nationalism or nothing at all“ (Greg Johnson) und in weiten Teilen auch faschistisch.

    Wer sich tiefer mit dieser Bewegung befassen will, sollte sich auf folgenden Webseiten schlau machen:
    counter-currents.com
    alternativeright.com
    therightstuff.biz
    fashthenation.com
    theoccidentalobserver.net
    Für die hartgesottenen auch: dailystormer.com

    • Alexander Markovics
      Alexander Markovics

      Das sehe ich überhaupt nicht so (wie auch im Artikel angesprochen wird). Dailystormer sowie andere neonazistische Seiten haben mit der „Altright“ als im wahrsten Sinne des Wortes neurechter Bewegung in Amerika nichts zu tun, selbiges gilt für „nur“ faschistische Ableger. Wer die Altright mit dem Narrensaum der Rechten in Amerika gleichsetzt hat sie nicht verstanden und tut der überwältigenden Mehrheit, die sich als ihr Teil ansehen, unrecht.

    • Neonazismus würde ich auch nicht dazu zählen.

      Grade eine relative Mäßigung hat doch Donald Trump zum Sieg verholfen.
      Wäre er aufs Podium gestiegen und hätte „White Nationalist“ Kram von sich gegeben hätte er sicher nicht gewonnen.
      Klar, Gavin und Milo kann man kritisieren, wertvolle Arbeit tun sie in ihrem Gebiet dennoch.
      Aber stimmt schon, wirklich identitär sind diese Leute nicht. Aber müssen sie ja auch nicht sein.

      PS: Obwohl ich selbst kein Faschist bin, kann ich sagen, dass viele der amerikanischen „Faschisten“ keine Ahnung von Faschismus haben. Bei denen ists meistens eine krude Mischung zwischen white Nationalism, Pinochet-Antikommunismus und libertärem free-market Kapitalismus.

      • Trump war der Kandidat der überwiegend weißen Mittelschicht. Diese Leute haben sicher aus verschiedensten Gründen Trump gewählt, aber mit einer der Gründe war die Furcht vor einem Amerika der „Vielfalt“. Ob sie sich nun als White Nationalist bezeichnen oder nicht, viele Amerikaner sehnen sich nicht dem alten, weißen Amerika und wollen keine Latinos und Schwarze in ihrer Nachbarschaft, geschweige denn in der Politik. Die Alt-Right wusste dieses Potenzial zu nutzen und zu potenzieren.

        • „Trump war der Kandidat der überwiegend weißen Mittelschicht“

          Stimme zu. Das steht ja auch garnicht zur Diskussion.
          Natürlich wollen diese Leute ihr altes Amerika wieder, dennoch ist das nicht gleichbedeutend mit einem ideologischen „white nationalism“ und schon garnicht Nazismus.

          „Race war now“-Rhetorik hätte Trump sicher nicht weitergebracht, das meine ich.
          Ja, die Leute wollen relativ homogene und geordnete Nachbarschaften aber die Leute wollen halt auch keine fanatischen Arschlöcher sein.

          Daher ist. z.B. der Dailystormer überhaupt nicht zielführend.
          Wäre ja auch nicht „alt-right“, sondern eher „old-(far) right“.

          • Wobei das natürlich schon auch sehr naiv ist, zu glauben durch ein X auf irgend einem Zettel eine negative Entwicklung stoppen zu können oder einen Kurs zu revidieren. Ich glaube jedenfalls nicht dass das so billig zu haben sein wird. Die Trump-Euphorie im rechten Lager ist imho deutlich überzogen, (und ich mochte den Typ schon damals bei seinen WWE Auftritten) lasst den Mann erstmal ein paar Monate arbeiten, um zu sehen wohin die Reise geht. Weiters denke ich, das die Leute zu allererst keinen Wohlstandsverlust haben wollen, regelmäßig Urlaub machen, gutes Auto usw. gegen einen Millionär wie Boateng in der Nachbarschaft hätte kein Deutscher etwas. Sieht man ja auch schön in den USA oder Brasilien, ernsthaft geführte interracial Beziehungen sind dort kein Problem, wo beide Partner den selben, höheren soziokulturellen Status haben oder aus einer höheren Einkommensschicht, oder eben beide aus der Unterschicht. Mit dem Wunsch nach ethnisch homogener Nachbarschaft hat das nichts zu tun, eher auf ökonomischer Basis homogen. Eine reiche deutsche Frau heiratet hier auch keinen Hartz IVler, umgekehrt stehen die Chancen zumindest etwas besser, wenn die Frau richtig gut ausschaut hat sie Möglichkeiten einen vermögenden Mann zu bekommen, auch wenn sie selbst aus der Unterschicht kommt.

          • So viel los war hier wohl schon lange nicht mehr. :)

            Erstmal @Vulpes Inculta
            Ich habe sechs Websiten aufgezählt und ihr nehmt euch dabei ausgerechnet den Dailystormer heraus, wo ich extra noch hingeschriebene habe, dass das nur was für Hartgesottene ist. Schaut euch doch mal die anderen Sites an. Die brauchen sich vorm Niveau der Sezession, Blaue Narzisse, PI etc. nicht zu verstecken. Allerdings können sie bei gewissen Themen freier heraus schreiben, was sie denken. In DE und AT ist das wegen gewissen Paragraphen nunmal nicht möglich.

            White Nationalism ist Nationalismus für die weißen Kolonien. Klar bedeutet das im Umkehrschluss, dass man die Farbigen nicht im Land haben will. Für mich ist daran nichts verwerflich, gerade auch mit Blick auf Südafrika und Rhodesien.

            @Eisenhans

            Ich denke das siehst du falsch. Gerade mit dem aggressiven Auftreten von Black Lives Matter und den Latinos im Südwesten haben viele Weiße gemerkt, dass ein friedliches Zusammenleben mit den Farbigen nicht funktioniert. Die meisten werden auch gemerkt haben, dass sie langsam aber sicher zur Minderheit werden.
            Interracial Beziehungen werden zwar in der Werbung und der Presse groß propagiert, sind in Tat und Wahrheit aber selten. Die Leute heiraten lieber noch unter sich.

    • Ich kenn die meisten dieser Seiten. Ja ist einiges Richtiges bei der „alt-right“ dabei, vorallem Richard Spencer, der sich ja auch als Identitärer bezeichnet, und Jared Taylor finde ich sehr interessant.

      Ich find halt jene, sagen wir mal, „LARPer“, die möglichst hardcore, edgy und puristisch sein wollen und jeden als „kontrollierte Opposition“ oder gar „jüdischen Agenten“ beschimpfen der nicht exakt die selbe Ideologie vertritt wie sie selbst mehr als peinlich.
      Liegt vielleicht auch an der shitposting/4chan Kultur, dennoch wird sowas jeder Bewegung das Genick brechen wenn solche Leute überhand nehmen und zum Aushängeschild werden.

      Nur das wollte ich sagen. Man muss nicht alles gut finden nur weil es sich als „alt-right“ bezeichnet (unabhängig davon ob was als „alt-right“ oder „alt-light“ bezeichnet wird).

  2. @MEGA:

    Was ist mit Jim Goad und Taki Theodoracopulos? Alt-Right oder Alt-Light?

  3. Dann nehme ich an, in deinen Augen sind auch alle deutschsprachigen Kommentatoren (JF, Compact, SiN) eher Alt-Light als Alt-Right?

  4. „Pervers“ finden Sie es. Nun waren es aber nicht die Perversen, die die größten Menschheitsverbrechen begangen haben, sondern stets diejenigen, die es sie im Namen des „Guten“ für gerechtfertigt hielten.
    Was kümmert mich ein Schwuler, der auf Neger steht? Er gefährdet definitiv nicht die Vielfalt der Rassen und Völker; ein Integrationsforderer dagegen durchaus.

    • Ach ja? Auch wenn sich diese Leute vor jugendlichen Zuschauern so äußern bzw. verhalten? Bei Ihnen werden konservative Werte wohl ganz hoch gehalten….

  5. Den Kommentaren von „Make Europe Great Again“ kann ich nur zustimmen. Es gibt „alt-light“ mit Infowars und Gavin und „alt-right“ mit dailystormer und therightstuff.biz. Der Author dieses Artikels beschreibt die „alt-right“, welche sich hauptsächlich gegen SJW und „political correctness“ stellt. Richard Spencer ist der noch der Moderateste der echte Alt-Right. Um zu verstehen was diese Bewegung wirklich ist, sollte er die Podcasts Fash the Nation oder The Daily Shoah aufsuchen. Wie die Namen schon verraten, sehen sich diese Herren als äußerst rechtsradikal.

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