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Mit Andreas Speit auf Rassistenjagd

Wo es darum geht, vor „bürgerlichen Scharfmachern“ zu warnen, über wahre oder vermeintliche Nazis oder Rassisten und deren Strukturen aufzuklären, oder wo einfach versucht wird, Patrioten und Andersdenkende zu diskreditieren, wird man allerorten auch selbsternannte „Rechtsextremismus-Experten“ finden. Diese konnten sich durch die Diskursverschiebung der linksliberalen Hegemonie ein einträgliches Betätigungsfeld erschließen und nehmen eine wichtige, da systemerhaltende Funktion ein. Sie sind Handlanger für das Establishment und daher meist auch an seinen Futtertrögen zu finden, weil sie alles, was sich an oppositionellem Widerstand aus der Deckung wagt, diffamieren und durch ihre emsige Arbeit in die Maschinerie sozialer Ächtungsmechanismen überführen.

Einer dieser sogenannten „Experten“ ist der TAZ-Autor, Journalist und Publizist Andreas Speit. Er schreibt für verschiedene linke Blogs, Zeitungen sowie Kolumnen und hat, oft auch in Co-Autorenschaft mit Andrea Röpke, bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht. Vor allem die literarischen Machwerke dieses Denunziationstandems verhalfen Speit auch zu einem fragwürdigen Renommee innerhalb der linken bis linksextremen Szene, die ihn daher gerne zu Vorträgen einlädt. Früher hatte Speit sich eher an altrechten Strukturen abgearbeitet, doch ist aus diesem erodierenden Lager anscheinend kein Profit mehr zu schlagen, weshalb er sich nun auf die Neue Rechte konzentriert und dabei in seinen Vorträgen u.a. auch die Identitäre Bewegung ins Visier nimmt.

Einer dieser Vorträge fand kürzlich an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, der HAW, statt, in die der linksdominierte AStA geladen hatte. Die HAW war erst kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil in ihren Räumlichkeiten die G20-Aktionskonferenz linker Gruppen stattfand, an der auch militante Linksextremisten teilnahmen. Eine Neigung zum Linksextremismus kann man dem AStA dieser Hochschule folglich durchaus unterstellen.

Nun war es also die IB, die in den Fokus der Gesinnungswächter genommen wurde. Unter dem Motto „Rassismus im schwarz-gelben Gewand – Hintergründe der IB“ referierte Andreas Speit, womit er der Einladung der AStAs der HAW und der HCU gefolgt war. Auch wir folgten dieser Einladung mit einem halben Dutzend Aktivisten, waren wir doch sehr daran interessiert, Einblicke in die Bewegung zu bekommen, die selbst uns bislang verborgen geblieben waren.

Zwischen Paranoia und Selbstvermarktung

Neben 30 bis 35 anderen Zuhörern fanden wir uns am Ort des im Vorfeld beworbenen und entsprechend ausgeschilderten Vortrages, einem Seminarraum, ein. Die Zuhörerschaft bildete dann auch jenes Panoptikum ab, das man von einschlägigen Treffen der linken Szene kennt, welche sich zwar einen grotesken Pseudoindividualismus auf die Fahnen schreibt, jedoch durch ihre Maskerade aus gefärbten Haaren, Piercings, einschlägigen Aufnähern und typischen Klamotten eher uniform daherkommt. Die Stimmung war gut, und auch wir mischten uns mit den gängigen Szenegetränken unter das Auditorium.

Der Vortrag wurde von Speit zunächst mit der Selbstvermarktung begonnen, bei der er sein neuestes Buch vorstellte. Auch hier wurde deutlich, dass sich hinter dem „Kampf gegen Rechts“ ein inzestuöses und selbstreferentielles System verbirgt, welches seine Anhänger durch immer neue Schreckgespenster in einem Schwebezustand von Alarmismus und Paranoia halten muss, um sich und ihnen die Wichtigkeit der eigenen Existenz zu vermitteln und aus dieser Selbstvergewisserung auch ihre Ansprüche auf staatliche Alimentation abzuleiten. Parallelen zu Drogendealern und ihren Süchtigen sind hier nicht von der Hand zu weisen.

 

Internetrecherche und Küchenpsychologie

Der Vortrag selbst stützte sich vornehmlich auf lückenhafte Recherchen aus dem Netz und zeigte überwiegend eigene Materialien der IB. Auch hier also zunächst nichts Neues und mitnichten tiefere Einblicke in Struktur, Strategie und politisches Wollen der IB. Technisch gut gemacht, wurde die Abfolge des Vortrags rezipientengerecht (man weiß um ihre niedrige Aufmerksamkeitsspanne) durch kleine Informationshäppchen bestimmt, die anschließend durch die persönlichen Wertungen Speits interpretiert und in einen selbstdefinierten Kontext gesetzt wurden. Diese Zusammenhänge entbehren natürlich bei genauer Betrachtung jedweder Grundlage und Wissenschaftlichkeit, und so verwunderte es nicht, dass in verschwörerischer Manier stets und beständig Rassismus, Hass und Gewalt konstruiert und konstatiert wurden. So in „Stimmung“ versetzt, da verunsichert, lauschten die Anwesenden Speit, der zunächst den „Großen Austausch“ in seine Ausführungen aufnahm und somit einen der Kernpunkte der metapolitischen Agenda der IB streifte. Auf dieses auch bei Experten unbestrittene soziodemographische Faktum ging er jedoch nicht ausdrücklich ein, sondern beschränkte sich lediglich darauf, es als rechte „Verschwörungstheorie“ abzuwerten.

Daneben wurden die Aktion der IB auf dem Brandenburger Tor hervorgehoben sowie Parallelen zum Guerilla-Aktivismus linker Gruppen wie Greenpeace gezogen. Insgesamt glichen die ersten Minuten eher einer Vorstellung der IB, wie sie auch eine Selbstdarstellung hätte sein können. Insiderwissen fand sich jedoch in keinem Detail. Neben der Geschichte der IB, ihrer Symbolik und ihren bekannten Protagonisten wurden ihre strukturelle Vernetzung mit Bürgerinitiativen und neurechten Thinktanks sowie die beginnende Einbettung in eine sich ausbreitende subkulturelle Szene anhand eines Musikvideos dargestellt. Auch hier versuchte Speit durch seine Küchenpsychologie krampfhaft, im Text des Liedes versteckte Symboliken eines europäischen Ethnozentrismus, Gewaltaffinität und Militarismus zu erkennen.

 

Rundumschlag gegen die Neue Rechte

Nach diesem kurzen und wenig gehaltvollen Abriss über die IB kam Speit auf die bekannten Protagonisten der Neuen Rechten zu sprechen. Neben den Publizisten Jürgen Elsässer und Dieter Stein wurden auch der AfD-Politiker Björn Höcke und seine Äußerungen analysiert sowie die Bedeutung des neurechten Publizisten und Verlegers Götz Kubitschek für die IB herausgestellt. Mit letzterem, und das wurde auch im Vortrag deutlich, verbindet Speit eine tiefe Feindschaft, hatte dieser ihn doch aufgrund seiner journalistischen, intellektuellen, aber auch charakterlichen Unzulänglichkeiten seinerzeit nach einem unangekündigten Besuch herauskomplimentiert.

Auch bei diesen Ausführungen wurden die üblichen Klischees bedient, und Speit konstatierte für die Vorgenannten Nationalismus, völkisches Gedankengut und rassistische Ressentiments. Neben diesen konstruierten Vorwürfen warnte er vor dem metapolitischen Ansatz der Neuen Rechten, welche durch ihre Begriffssetzungen eine Diskursverschiebung erreichen und damit das Sag- und Wählbare nach rechts verschieben würde. Zudem habe man die Neue Rechte lange Zeit unterschätzt und knapp 30 Jahre lang gewähren lassen, so Speit weiter. Dies müsse nun ein Ende haben und ihr Erstarken mit allen Mitteln verhindert werden, eine Äußerung, die der eine oder andere Zuhörer, wie wir später erfahren mussten, als impliziten Aufruf zur Gewalt verstanden hatte.

 

Mob und Elite

Wie schon erwähnt, fanden sich unter den Zuhörern nicht wenige Linksextremisten. Einer, der nach eigenen Angaben bereits erlebnisorientierten Demotourismus betrieben und versucht hatte, sich in diverse IB-Gruppen einzuschleusen, wirkte besonders gewaltbereit. Dies konnte man auch seinen Äußerungen entnehmen, fragte er doch gezielt nach, ob schon Adressen von IB-Aktivisten bekannt wären, damit man endlich die „antifaschistische Arbeit“ beginnen könne. Wie diese aussieht, kann man sich denken, gehören doch körperliche Angriffe, Denunziation, Farb- und Brandanschläge sowie Entglasungen zum linken Repertoire im Kampf gegen Andersdenkende. Dass Speit anscheinend wenig Berührungsängste mit militanten Gewalttätern hat, zeigt, wie tief er in das linksextremistische Milieu verstrickt ist. Insofern ist er weniger Experte als vielmehr Ideologe, der mit seinem Wirken dazu beiträgt, demokratische Prinzipien zu untergraben und den politischen Diskurs zu vergiften.

Über Leon Degener

Leon ist IB-Aktivist, mitverantwortlich für die Presse- und PR-Arbeit der IBD und studiert Elektrotechnik und Sozialwissenschaften

2 Kommentare

  1. Aus dem Grund habe ich vor vielen Jahren als ich noch Student war mal so eine ähnliche Veranstaltung mit nur einer einzigen weiteren Person verlassen. Der Rest hielt meine Frage, die der Vortragende nicht sofort mit einem klaren nein beantwortet hat, wohl für nicht so wichtig. Bei dem Gast und Referenten handelte es sich nämlich um ein wohl „aktives“ Mitglied des peruanischen Sendero Luminoso, des Leuchtenden Pfad. Darüber wollte ich natürlich mehr wissen, war neugierig, hatte ich doch 3 Monate lang im Rahmen meines Praktikums auch mal in Peru, in Cusco gelebt. Klar, heute würde ich wahrscheinlich anders, weniger demonstrativ, offen reagieren, doch damals hielt ich das wohl für nötig, für das Richtige. Die Erkenntnis bleibt jedoch die Gleiche.

    Meine einfache Frage lautete: Haben sie schon mal einen Menschen umgebracht?

    Ich glaube darum, dass es unter den Menschen, auch unter den Linken, mehr potenzielle Mörder gibt als ihr „gutmenschliches“ und „soziales“ Geschwätz vermuten lässt. Sehr viele Linke sind nämlich auch bereits in der Kindheit verletzte und damit psychisch entwicklungsgestörte Menschen. Nur das sie die Illusion des richtigen Handelns für einen guten, eine höheren Zweck brauchen, im Gegensatz zu gewöhnlichen, eventuell „rechten“ Verbrechern, um ihre Rache, Wut, Zorn, Schmerz an jemand (oder etwas) auszuleben, auszutoben, der es ihrer Meinung vermeintlich verdient hat. Doch das hat auch schon Stalin für Lenin so wertvoll gemacht, waren Stalin wie auch Trotzki doch eher die Männer für’s Grobe. Für’s sehr Grobe. Gebracht hat es wenig, im Angesicht des Preises von Millionen von Ermordeten und Hungertoten. Das ist meiner Meinung nach die eigentliche Lehre, die auch Linke aus der Geschichte ziehen sollten. Ebenso wie aus der des „Leuchtenden“, letztendlich dann aber doch eher blutigen Pfads. Denn: El que a bala mata, a bala muere. Nicht immer, aber sehr oft. Klug ist daher derjenige, der andere Wege als nackte Gewalt findet, um seine Kontrahenten, Konkurrenten, vermeintliche Feinde zu einem Kompromiss zu zwingen. So, dass alle aber dabei auch das Gesicht wahren können.

    https://www.youtube.com/watch?v=WC1hAJOi6BE

  2. Mich erinnert das ganze sehr an die Schlägertrupps der Nazis. Sowohl die Propagandasprache, als auch das „endlich gezielte Vorgehen“ mit der bekannten Gewalt.
    Franz Josef Strauß war wirklich kein sympatischer Kerl. Aber er sagte: „Wer politische Veranstaltungen mit Gewalt verhindert oder stört, ist ein Faschist“
    Antifa bedeutet demnach Anti deutsche Faschisten.

    Oder sollte ich mich irren?

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