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Disconnect (Film)

Heutzutage ist so ziemlich jeder ‚connected‘ mit der schönen vernetzten Welt. Doch oft vergessen die „User“, dass sie auch im Internet Opfer einer kriminellen Tat werden können. Diese Kriminalität ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, doch kann man, wenn man das Wissen darüber hat, einigen verbrecherischen Attacken aus dem Weg gehen oder diese verhindern. Im …

Review Overview

Sehr gut!

Gesamteindruck

Summary : Wer auf Drama, realitiätsnahe Geschichten und auf Kritik an der 2.0 Welt steht, sollte diesen Film nicht verpassen.

Benutzerwertung: 4.08 ( 2 Wertungen)
85

Heutzutage ist so ziemlich jeder ‚connected‘ mit der schönen vernetzten Welt. Doch oft vergessen die „User“, dass sie auch im Internet Opfer einer kriminellen Tat werden können. Diese Kriminalität ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, doch kann man, wenn man das Wissen darüber hat, einigen verbrecherischen Attacken aus dem Weg gehen oder diese verhindern. Im Grunde reicht es, das Einmaleins des sicheren Internetumgangs zu beherrschen, wenn man sich nicht auf ‚schwindeligen‘ Seiten bewegt. Das Einmaleins des sicheren Internetumgangs heißt, dass man zuallererst einmal einen guten Virenschutz auf seinem Gerät hat, des Weiteren, dass man überaus vorsichtig ist mit dem Umgang seiner Daten im Netz, dass man Seiten mit eingeflogenen Spamnachrichten am besten sofort wieder verlässt und dass man mit dem Browsereinstellungen vertraut ist.

Was der einfache „User“ zwar nicht verhindern kann, aber zur Anzeige bringen könnte, wäre eine Kinderpornographieseite. Diese widerlichen Seiten, selbst wenn sie schon den Behörden bekannt sind, sind oft sehr schwer vom Netz zu nehmen und leider boomt das Geschäft (siehe hier). Das ist wohl eines der übelsten Dinge, die das Internet mit sich gebracht hat, genauso wie das exzessive Mobbing von Mitschülern durch das Erschleichen des Vertrauens von weichen, Freunde suchenden, oftmals missverstandenen jungen Charakteren. Derartige Mobbingattacken enden leider immer wieder mit dem Tod des Betroffenen.

All diese Probleme behandelt der Starregisseur  Henry Alex Rubin in seinem packenden Dramaensemble Disconnect anhand drei mehr oder weniger parallel verlaufender Geschichtsstränge. Zum einem haben wir eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Sohn und Tochter, die im Film eher wie ein loses Konglomerat von Menschen wirkt. Die Eltern scheinen mit der Erziehung des Nachwuchses sehr gestresst zu sein, besonders der Vater, da dieser ein erfolgreicher Rechtsanwalt ist und daher wenig Zeit hatauf seine Kinder einzugehen und in einer Schlüsselszene dem Sohn sogar verbietet, das Smartphone zu benutzen, während er selbst das Telefon bedient.

Zum anderen haben wir eine aufstrebende Journalistin, die sich mit der Thematik der Kinderpornographie beschäftigt und im Zuge ihrer Recherche auf einen jungen Mann stößt, der schon seit  seinen frühen Jugendtagen sein Geld mit dem Masturbieren vor der Kamera verdient und keine andere Perspektive mehr für sein Leben sieht. Der begabten Journalistin gelingt es, den jungen Mann zu einem Interview zu überreden, bevor alles seinen Lauf nimmt.

Und als Drittes gibt es noch ein junges Ehepaar, das gezeichnet vom Verlust ihres Kindes ist. Der Vater des verstorbenen Kindes weiß sich in seiner Trauer nicht anders zu helfen als durch Onlinepokern. So findet er auch Abstand zu seiner Frau, die aufgrund des Verlustes depressiv  wurde. Diese versucht via Chatten im Internet über den Schmerz und Einsamkeit hinweg zu kommen. Zum Bestürzen aller wird das Ehepaar auch noch des Geldes beraubt und so beginnt eine wilde Suche zu sich selbst und nach dem Geld.

Das Fazit:

Dieser Film ist ein gelungenes Stück an Filmkunst, denn er zeigt nicht nur wie verletzlich und leicht angreifbar wir durch das Internet und die Technik geworden sind, sondern auch wie sehr uns die modernen Mittel der Kommunikation im Griff haben. Oft bemerken wir es gar nicht mehr an uns selbst. Es fällt uns immer nur bei anderen auf, wenn wir gerade nicht selbst den Fokus am Smartphone haben, um wieder die wahrscheinlich wichtigste BLABLA-Meldung des Jahrhunderts abzugeben. Gerade die Szenen mit der Familie zeigen, wie sehr uns Smartphones stressen. Doch uns stresst nicht die Erfindung an sich, sondern wir lassen uns von ihr stressen.

Der Regisseur selbst versteht sein Werk nicht als Kritik an der Technik, denn er meint dazu:

Personally I believe that technology is the most exciting thing in the world … but technology is completely neutral. It is absurd to say its good or bad. Technology has put men on the moon and it has created the H-Bomb. It’s in our hands.“

Durch die Recherche des Regisseurs der Geschichten, welche auf wahren Gegebenheiten basieren, des abermaligen Umschreibens des Skripts, wie Alex Rubin in einem Interview erzählt, als auch den Willen zu haben, den Streifen so lebhaft und real zu gestalten, wie es nur geht, wird der Streifen zu einem gelungenem Werk . Wer auf Drama, realitiätsnahe Geschichten und auf Kritik an der 2.0 Welt steht, sollte diesen Film nicht verpassen. Ich wünsche viel Vergnügen beim Ansehen in einer Stunde des Unwillens, ein gutes Buch zu lesen.

Über Luca

Geboren 1991, studiert Betriebs- und Volkswirtschaft in Graz, Mitglied der IBÖ- Landesgruppe Steiermark

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