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Die Ausländer – Felix Menzel (Buch)

„Die Ausländer – Warum es immer mehr werden“. Ein Titel, bei dem man ohne Kenntnis der Lektüre bzw. Lesen des Klappentextes den Eindruck gewinnen kann, dass hier alle Klischees der politischen Rechten stereotyp bedient werden. Gewiss mag der Titel bewusst provozierend gewählt worden sein. Und dennoch muss man sagen, dass es sich bei dem Buch …

Review Overview

Gut!

Gesamteindruck

Summary : Der neuwertige analytische Ansatz, den Menzel liefert, dürfte vor allem unseren perspektivischen Blick auf die Einwanderung schärfen.

Benutzerwertung: 2.96 ( 11 Wertungen)
80

„Die Ausländer – Warum es immer mehr werden“. Ein Titel, bei dem man ohne Kenntnis der Lektüre bzw. Lesen des Klappentextes den Eindruck gewinnen kann, dass hier alle Klischees der politischen Rechten stereotyp bedient werden. Gewiss mag der Titel bewusst provozierend gewählt worden sein. Und dennoch muss man sagen, dass es sich bei dem Buch vom „Blaue Narzisse“-Autor Felix Menzel um keine übliche Auseinandersetzung mit der Asyl- und Einwanderungsproblematik handelt, wie man sie bisher auf dem rechten und konservativen Buchmarkt  in den letzten Jahren vernommen hat. Die bekannten Größen wie Udo Ulfkotte, Heinz Buschkowsky und Thilo Sarrazin beschränkten ihre Analyse der Migrationsproblematik meist auf die innenpolitische Perspektive. Mit vielen Zahlen und Statistiken wurden in diesen Büchern vor allem die sozioökonomischen Folgen der Einwanderung beleuchtet. „Die Ausländer“ kommt hierbei ganz ohne großartigen Zahlenfetisch aus und richtet den Blick der Migration auf eine globale Makroperspektive.

Bereits im ersten Kapitel macht Menzel deutlich, dass die gegenwärtigen Migrationsströme vor allem durch die ausdehnende globale Vernetzung aller Lebensbereiche einen enormen Zuwachs erfahren haben. Der heimatverwurzelte und geortete Mensch wurde durch den kosmopolitischen Weltbürger abgelöst, der nicht mehr in eine konkrete Kontextgemeinschaft eingebunden ist, die sich auf politischer Ebene meist über Nation, Staat oder eingegrenztes Territorium konstituiert. Durch die Digitalisierung und Ausbreitung sozialer Medien sind wir heute auch visuell sowie sozial mit allen Menschen und Ereignissen dieser Welt verknüpft. Das Empathieempfinden beschränkt sich nicht mehr nur auf die uns unmittelbar am nächsten stehende menschliche Gruppe. Über die mediale Vermittlung können wir an Hungerepidemien, Umweltkatastrophen, Terroranschlägen und allem Elend dieser Welt Anteil nehmen. Für die Migrationsindustrie ist dies schließlich auch ein wunderbares Propagandainstrument, womit sie gezielt Einfluss auf die Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung in den Flüchtlingsempfangsländern nehmen kann.

„Durch visuelle und soziale Medien ist unser Nervensystem quasi weltweit vernetzt und, solange es uns selbst gut geht, liegt es nahe, sich für die Umwelt, die Anderen, Fremden und Wehrlosen einzusetzen.“ (S.8)

Menzel beschreibt jedoch auch, dass diese globale Empathie zwei Seiten hat und mit einer gewissen Heuchelei in den westlichen Wohlstandsgesellschaften verbunden ist. Das Interesse und die Anteilnahme am Leid Anderer in fremden Ländern hat vielmehr einen temporären Status, solange es uns selbst gut geht. Während der westliche Durchschnittsbürger einer geregelten Beschäftigung nachgeht und seine Primärbedürfnisse nicht eingeschränkt sind, kann er nebenher seine Empörung über die globale Ungerechtigkeit zum Ausdruck bringen, um damit das eigene Gewissen zu beruhigen. Schlussendlich haben wir es hier mit einer Pseudoempathie zu tun, die lediglich einem individualistischen Antrieb folgt um soziale Anerkennung zu erlangen. Ein Praktikum bei einer Hilfsorganisation für die Dritte Welt erweckt im persönlichen Lebenslauf schließlich immer einen guten Eindruck. Und wer beruflich und finanziell erfolgreich sein will, sollte auch mit den herrschenden politischen und gesellschaftlichen Grundsätzen übereinstimmen.

Die Überbetonung des „Ichs“ birgt jedoch auch einige Probleme, was die Dysfunktionalitäten unserer individualistischen Gesellschaft beschreibt. Die natürlichen sozialen Vernetzungen und ein gemeinsames Wertegerüst bedingen auch den Abbau des Zugehörigkeitsbewusstseins zu einer kollektiven Gemeinschaft. Die einfache Formel von der Identität durch Differenz, einer „Wir und Sie“-Unterscheidung, einer Inklusion durch Exklusion macht es erst möglich, auch Empathie für den Fremden zu empfinden. Nur aus einer gesunden Beziehung zu unserem „Selbst“ können wir auch authentisch den „Anderen“ wahrnehmen und seine Bedürfnisse verstehen. Menzel beschreibt diese Tatsache anhand einer Fragestellung, die die Grundproblematik der multikulturellen Gesellschaft und ihren sozialen Spannungen aufzeigt.

„Wie wollen wir diejenigen, die zu uns kommen, integrieren, wenn wir selbst unser eigenes Wertesystem ablehnen und lieber unser individualistisches Ding machen? Wie wollen wir mit Fremden zusammenleben können, wenn wir nicht einmal mehr in der Lage sind, mit unseresgleichen eine funktionierende Gemeinschaft aufzubauen?“

Ein weiteres Problem der Migration, das Menzel beschreibt, ist die „Überbevölkerung“. Der analytische Ansatz unterstreicht auch hier das globalpolitische Spannungsfeld, in dem die Migrationsströme angesiedelt sind. Das weltweite Bevölkerungswachstum führt uns vor allem vor Augen, mit was für Dimensionen der Einwanderung wir in der Zukunft konfrontiert sein werden. Schon heute können wir einen weltweiten Anwachs von Ressourcenverteilungskonflikte wahrnehmen, die sich mit stetigen Bevölkerungszuwachs verschärfen. Die Wanderungstendenz der ländlichen Bevölkerung in die Städte wirkt hierbei als ein Katalysator, der das Konfliktpotential nur noch erhöht. Insgesamt haben 234 Millionen Menschen auf der Welt einen Migrantenstatus. Dabei konzentrieren sich die Wanderungsbewegungen logischerweise vor allem in westliche Länder, da die Migranten ihre Wohlstandsbedürfnisse hier am ehesten erfüllt sehen.

Durch die Überbevölkerungsproblematik spannt Menzel auch den Bogen zur Illusion einer vollends gerechten Welt. Viele linksliberale Vertreter einer kosmopolitischen Ordnung sehen es quasi als eine moralische Verantwortung des Westens, dass eine Vielzahl von Flüchtlingen aufgenommen wird. Menzel liefert hier eine schonungslose Abrechnung mit dem herkömmlichen Menschenrechtsbegriff und der wirkungslosen Entwicklungshilfe. Es braucht heute eine nüchterne Analyse und eine pragmatische Politik, die die Einwanderungsströme nach Europa steuert. Die globale Gerechtigkeit muss heute als eine gescheiterte Utopie zusammengefasst werden. Westlicher Wirtschaftsimperialismus und geopolitische Kriege unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung haben die Probleme in der Welt lediglich verstärkt, als dass sie zu einer Eindämmung geführt hätten.

Gerade die Diskrepanz von Anspruch und realer Durchsetzung der Menschenrechte verdeutlicht, dass diese zu einem wirkungslosen Instrument zur Schaffung einer globalen Gerechtigkeit geworden sind. Menzel plädiert vielmehr für ein „menschliches Minimum“, was sich zuvorderst an biologischen Grundbedürfnissen wie Nahrung, Fortpflanzung und innerterritorialer Bewegungsfreiheit ausrichtet. Die Rechte, die der gegenwärtige Menschenrechtskatalog gewährleisten soll, sind real kaum umsetzbar. Ebenfalls müssen wir nach Menzels Auffassung Abschied von der Ausrichtung der aktuellen Entwicklungshilfe nehmen. Zum einen sei festgestellt, dass diese im Zusammenhang mit dem westlichen Wirtschaftsimperialismus sowieso schon auf einem heuchlerischen Fundament aufbaut. Zum anderen beschreibt Menzel einen logischen Zusammenhang, dass die wirkungsvollste Entwicklungshilfe immer noch darin besteht, dass die Eliten eines Landes auch in ihrem Land verbleiben und dort zum wirtschaftlichen und politischen Stabilitätsaufbau beitragen. Während hierzulande das ewige Mantra vom „Fachkräftemangel“ wiederholt wird, muss man eben auch berücksichtigen, dass die Fachkräfte, die hier einwandern, ihren Herkunftsländern nicht mehr zur Verfügung stehen, wo sie eigentlich dringender gebraucht werden als in den ohnehin vom Wohlstand geprägten westlichen Ländern. Die Anreize in der Entwicklungshilfe animieren also meist nur die guten und gebildeten Kompetenzträger in ein anderes Land zu fliehen, da ihre Fähigkeiten erst hier vollumfänglich zur Geltung kommen können und mit entsprechenden finanziellen Anreizen auch weitaus lukrativer entlohnt werden.

Im letzten Kapitel beleuchtet Menzel noch einmal Problemfelder, die von Einwanderungsbefürwortern in der innergesellschaftlichen Debatte immer wieder angeführt werden. Von der Überalterung und dem demographischen Kollaps der westlichen Zivilisationen bis hin zum Fachkräftemangel und Flexibilitätswahn zeigt Menzel auf, dass ein „Mehr“ an Einwanderung keineswegs Probleme lösen kann, sondern viele weitere Wirkungsketten in Gang setzt, deren Folgen überhaupt nicht absehbar sind.

Fazit: Menzel hat mit „Die Ausländer“ auf knapp 100 Seiten argumentative Munition auch für die politische Arbeit eines Identitären geliefert. Es erweitert unseren Blick von der innergesellschaftlichen Perspektive auf die globale Dimension, die mit der Migration verknüpft ist. Mit einfach gehaltener Sprache analysiert Menzel komplexe Zusammenhänge, die das Bewusstsein für eine lösungsorientierte Einwanderungspolitik schärft und bisher gültige moralische Dogmen der Multikultis über Bord wirft.  Man darf auf 100 Seiten zwar keine konkreten Lösungsvorschläge erwarten, die alle Folgeerscheinungen von realpolitischen Maßnahmen berücksichtigen. Das Buch erfüllt jedoch zwei entscheidende Funktionen. Zum einem kann es als gedankliche Anregung für eine reale und machbare Einwanderungspolitik im 21. Jahrhundert gelten und zum anderen ist es durch die simple Sprache ein überaus geeigneter Einstieg für die Grundlagenbildung einer identitären Weltanschauung zum Thema Einwanderung.

Über Daniel Fiß

Daniel Fiß
Studiert in Rostock Jura und Politikwissenschaften. Leiter des identitären Projektes "Kontrakultur MV".

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